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Warum lehnt Karlsruhe-Knielingen die Brücke ab? Rund 25.000 Kraftfahrzeuge am Tag sollen zukünftig nicht mehr an der Bebauung von Wörth vorbeifahren. Das ist das Ergebnis der Verkehrsuntersuchungen für den Fall, dass nördlich von Wörth eine Rheinbrücke gebaut wird. Vor allem entlang der B 9 im Altort wird es damit zu einer deutlichen Entlastung der geplagten Bevölkerung kommen. Die dortigen Zustände an vielen Tagen im Jahr sind bekanntlich schon seit langer Zeit nicht hinnehmbar.
Sicherlich ist die Anbindung der zweiten Rheinbrücke auf badischer Seite - so wie jetzt noch vorgesehen - über das Ölkreuz in Knielingen keine vertretbare Lösung. Leider können wir aber die Planungen auf der badischen Seite kaum beeinflussen. Nachvollziehbar sind die dortigen Bedenken gegen einen Anschluss an die B 36 jedenfalls nicht. Die Verkehrsströme könnten über die B 36 verteilt und alle Knielinger, von wenigen Ausnahmen abgesehen, entlastet werden. Auch die Gefahr, es könnte überörtlicher Verkehr angezogen werden, dürfte mittlerweile gebannt sein. Sowohl die Nordtangente in Karlsruhe als auch die Hagenbach-Variante einer Bienwaldautobahn sind im Bundesverkehrswegeplan nicht mehr enthalten Damit vom Tisch ist auch die von vielen befürchtete Ost-West-Verbindung über eine Autobahn zwischen der A 5 und der A 65.
Dahingehende Bedenken aus Wörth sind jetzt jedenfalls nicht mehr nachvollziehbar. Unterstützt wird aber von der CDU der Widerstand, der sich gegen die völlig unangemessene Inanspruchnahme von Wörther Grundstücken für den Landespflegerischen Ausgleich richten. Dasselbe gilt für die zur Zeit geplante Verkehrsanbindung aus Richtung Jockgrim; sie würde zu einer unnötigen Belastung in Wörth führen. Das hat auch der Stadtrat in seiner Stellungnahme im Planfeststellungsverfahren deutlich gemacht. Fatal wäre es aber, wenn der Bau einer zweiten Rheinbrücke wegen der Widerstände aus Knielingen scheitern würde. Ein Vertreter Knielingens sprach im Fernsehen von einer angeblichen „Daimlerbrücke“, die es zu verhindern gelte. Ob hier der historische Ärger über die Ansiedlung von Mercedes in der Pfalz die Knielinger Haltung motiviert? Offenbar hat man es in Karlsruhe noch immer nicht verwunden, dass die „ungeliebten Schwaben in Stuttgart“ vor mehr als 50 Jahren nicht in Baden eine „Benzfabrik“ errichteten. Mai 2012 |