Kommentar zur Sanierung der Rheinbrücke

Nicht ohne Sorge erwarten wir die Verkehrsbeschränkungen und -Erschwernisse, die über die bereits seit Langem bestehenden unerträglichen Staus hinaus im Zusammenhang mit der bevorstehenden monatelangen Sanierung der Rheinbrücke zu erwarten sind. Es rächt sich nun bitter, dass wir erfolglos jahrzehntelang von uneinsichtigen Landesregierungen links und rechts des Rheins den Bau einer Entlastungsbrücke zwischen Wörth und Karlsruhe gefordert haben. Auch wenn über die erst kürzlich abgeschlossenen Planfeststellungsverfahren Bewegung in dieses „Jahrhundertprojekt“ gekommen zu sein scheint: auf viele Jahre hinaus müssen wir, nicht zuletzt in Anbetracht der unverändert seitens Bürgermeister Mentrup und der Karlsruher SPD sowie diverser Naturschutzverbände bestehenden massiven Widerstände, mit diesem absolut unakzeptablen Zustand noch leben. Die bislang bekannten Maßnahmen zur Lenkung des Verkehrs während der Sanierungsphase mit einer Reduzierung der Fahrspuren auf der Brücke von 3 auf 2 je Fahrtrichtung, der temporären Schließung von Zu- und Abfahrten nach und von Maximiliansau und Hagenbach, der Totalsperrung der Brücke an mehreren Wochenenden u.a. lassen nichts Gutes ahnen und wirken eher hilflos; eine Verschärfung der Stausituation und der verstärkte Versuch verzweifelter Autofahrer, über Schleichverkehre die Staus zu umgehen, scheinen unvermeidlich. Als probates Gegenmittel (Alt)Wörth und Maximiliansau zur mittelalterlichen Festung mit Schranken und Kontrollpunkten auszubauen, wie verschiedentlich bereits zu lesen war, zeugt eher von einer Wagenburgmentalität, als von einem Verkehrskonzept des 21. Jahrhunderts.